Ganz im Süden Neuseelands liegt Stewart Island, die oft als die vergessene dritte Insel des Landes bezeichnet wird. Von der Hafenstadt Bluff aus setzt du mit der Fähre in etwa einer Stunde über die zerklüftete Foveaux Strait über. Wir hatten Glück: Die See war ruhig! Stewart Island mit Kindern ist ein überraschendes Abenteuer. Hier gibt es unberührte Natur, ruhige Wanderwege und die Chance, seltene Tiere zu sehen. Die Insel fühlt sich an wie eine Mischung aus reinem Neuseeland und tropischem Hawaii– ein einzigartiger Ort, den du mit deiner Familie erkunden kannst.
Stewart Island mit Kindern
#1 Tagestour Stewart Island
Gerade weil Stewart Island so wenig von Touristen besucht wird, war ich sofort neugierig. Sie fühlt sich wirklich noch wie ein unentdecktes Neuseeland an. Wir haben eine Tagestour über Everything New Zealand gebucht, so dass wir an einem Tag hin- und zurückfahren konnten und trotzdem einen guten Eindruck von der Insel bekamen. Ideal mit Kindern!
Morgens um 9:30 Uhr bestiegen wir die Fähre von Bluff aus. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde und sobald du Stewart Island auftauchen siehst, denkst du nur eins: Wow, das ist einfach ein verstecktes Paradies!
Sobald du an Land gehst, bist du von „50 Schattierungen von Grün“ umgeben. Stewart Island ist zu 85% mit Regenwald bedeckt. Man fühlt sich ein bisschen wie in einem tropischen Dschungel, nur ohne die schwüle Hitze und die Moskitos in Asien. Perfekt also mit Kindern! Die Luft ist herrlich frisch, es ist ruhig und überall sind Vogelstimmen zu hören. Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten und die Chancen, einen Kiwi in freier Wildbahn zu sehen, sind viel höher als auf dem Festland.

Einen Kiwi haben wir nicht gesehen, dafür aber einen Weka, einen anderen seltenen Vogel, der neugierig den Weg entlang hüpfte. Ein Riesenspaß für die Kinder! Übrigens gibt es auf der Insel nur eine richtige Straße. Sie ist schmal, kurvenreich und oft gerade breit genug, um aneinander vorbeizukommen, oder gerade noch, haha. Aber Eile ist hier sowieso nicht angesagt. Und das ist auch gut so, denn auf dem Weg dorthin wirst du erstaunt sein. Dichte Wälder, menschenleere Strände, Blicke aufs Meer… das ist Genuss pur.
Stewart Island hat nur ein paar hundert Einwohner. Unser Reiseleiter, ein super enthusiastischer Einheimischer, erzählte uns, dass sich in der Silvesternacht das ganze Dorf in dem einzigen Café auf der Insel versammelt. Jung und Alt feiern dort gemeinsam das neue Jahr. Keine großen Partys oder Feuerwerke, sondern viel Tanzen, Lachen, Anstoßen und altmodische Geselligkeit. Hier lebst du wirklich im Moment.
Stewart Island mit Kindern ist kein Reiseziel für schnelles WLAN, vielbeschäftigte Touristen oder Fast-Food-Liebhaber. Es ist für Familien, die entschleunigen, gemeinsam Abenteuer erleben und das echte Neuseeland kennenlernen wollen. Wir hatten einen fantastischen Reiseleiter mit einem kleinen Van, der uns um die Insel herumfuhr. Er kannte jede Kurve, jeden Vogellaut und erzählte uns mit so viel Liebe von seiner Insel – das machte den Tag wirklich komplett.

#2 Wandern auf Stewart Island
Für echte Wanderfans ist Stewart Island ein Paradies. Immerhin verläuft hier eine der längsten Wanderungen Neuseelands: der 105 Kilometer lange Northwest Circuit. Diese mehrtägige Wanderung beginnt in Oban und führt dich über North Arm und Freshwater Hut zur abgelegenen Mason Bay. Danach folgt ein Ruhetag, gefolgt von harten Etappen zur Doughboy Bay und zur Rakeahua Hut. Am letzten Tag wanderst du über Fern Gully zurück nach Oban.
Auf dem Weg dorthin wanderst du durch dichte Regenwälder, entlang zerklüfteter Küsten und manchmal auf schlammigen Pfaden. Es ist eine intensive Wanderung, aber eine, die dich in die Stille und die Natur eintauchen lässt. Wahrlich etwas für erfahrene Wanderer, die das Abenteuer lieben.
Wir haben diese Wanderung nicht selbst gemacht, da wir nur einen Tag auf Stewart Island waren und unsere Kinder dafür noch zu jung sind. Aber für ältere Kinder, die gerne wandern, ist das eine wirklich coole Herausforderung, die man nicht so schnell vergessen wird.
#3 Insel Ulva
Wie Stewart Island fühlte sich auch Ulva Island wie ein Stück der vergessenen Welt an. Nach einer kurzen Bootsfahrt von etwa 15 Minuten von Stewart Island aus erreichten wir diese besondere Insel, mitten in der Natur. Du gehst an Land und betrittst sofort einen dichten, märchenhaften Dschungel.

Wir haben hier eine geführte Wanderung mit einem Guide gemacht und auf dem Weg seltene Pflanzenarten, imposante Bäume und leuchtend bunte Pilze gesehen, die direkt aus einem Fantasy-Film zu stammen schienen.
An einer Stelle sahen wir leuchtend blaue Pilze zwischen dem Moos leuchten. Plötzlich wurde uns klar: Die sind genau auf dem neuseeländischen 50-Dollar-Schein! So cool, das in echt zu sehen.

Auf halber Strecke des Spaziergangs hörten wir plötzlich ein lautes Geräusch vom Strand. Neugierig folgten wir dem Geräusch, und da war er: ein riesiger Seelöwe, der faul im Sand lag. Doch als wir ihm zu nahe kamen, hob er seinen Kopf und stieß ein beeindruckendes Brüllen aus. Wir hielten Abstand, tief beeindruckt von seiner Stärke und Präsenz.
Und dann kam der Moment, von dem vor allem unser Jüngster, Vik, immer noch spricht: Versteckt im Gebüsch sahen wir einen Weka, der mit dem berühmten Kiwi verwandt ist. Normalerweise sieht man sie nur abends oder nachts, also hatten wir wirklich Glück. Die Kreatur hüpfte neugierig an uns vorbei. Ulva Island fühlte sich wirklich wie ein Ort an, an dem die Natur noch das Sagen hat. Wild, ruhig, lebendig… ein besonderes Erlebnis, besonders mit Kindern.

#Nr. 4 Curio Bay
Wenn du ganz im Süden Neuseelands bist und schon in Bluff warst (du weißt schon, das berühmte Schild), solltest du unbedingt noch ein Stückchen weiter nach Curio Bay fahren. Dies ist einer der Orte, von denen du vielleicht nicht viel erwartest, die du aber am Ende gar nicht mehr verlassen willst. Ruhe, Natur und eine wunderschöne zerklüftete Küste – all das findest du hier.
Wir übernachteten auf einem einfachen Campingplatz mitten in den Dünen. Nichts Luxuriöses, aber die Lage war magisch. In der Nähe befindet sich ein Ort, an dem normalerweise Gelbaugenpinguine an Land gehen. Leider hatten wir das Pech, dass sie gerade ein paar Tage auf See waren, weil sie sich mauserten. Der Campingplatzverwalter wusste alles über die Tiere und sagte uns, dass dies normalerweise ein Top-Spot ist, um sie zu sehen.
Was den Aufenthalt dennoch unvergesslich machte, war der Abend. Keine Laternenmasten, kein Verkehr, nur Dunkelheit. Und dann: ein klarer Sternenhimmel, die Milchstraße über uns und – ja – die Southern Lights! Das sieht man nicht sehr oft. Magisch ist das einzig richtige Wort.
Wider besseres Wissen stellten wir den Wecker um 5:30 Uhr, in der Hoffnung, einen Pinguin bei Sonnenaufgang zu sehen. Kein Pinguin, aber ein Sonnenaufgang, der dich sprachlos macht. Das sanfte Licht, der Ozean, die Ruhe… ein unvergesslicher Moment.
#5 Die Catlins
Wenn du vom Süden Neuseelands zurück zur Ostküste fährst, durchquerst du die Catlins – eine der wildesten und grünsten Regionen des Landes. Hier trifft der Regenwald auf den Ozean, und du fährst an Klippen, Wasserfällen und einsamen Stränden vorbei. Für Familien mit Kindern ist dies wirklich eine wunderbare Region: Die Entfernungen sind überschaubar, die Wanderungen kurz und die Chancen, wilde Tiere zu sehen, sind hoch.
Einer der Höhepunkte ist Nugget Point mit seinem kultigen Leuchtturm und den bizarren Felsen im Meer. Von hier aus blickst du über den endlosen Ozean – ein echter Aha-Moment. Auch die Roaring Bay ist ein Muss, denn hier kannst du mit etwas Glück Seelöwen sehen, die sich in der Brandung wälzen, oder sogar Gelbaugenpinguine, die zu ihrem Nest watscheln.
Die Catlins fühlen sich abenteuerlich und unberührt an. Keine großen Touristenmassen, keine Hektik – genau das, was du dir für einen Roadtrip durch Neuseeland mit Kindern wünschst. Mach einfach das Fenster auf, zieh die Stiefel an und geh auf Entdeckungstour.

Wir fanden unseren Besuch im Süden Neuseelands mehr als lohnenswert. Besonders Stewart Island mit Kindern und die benachbarte Insel Ulva waren für uns echte Highlights der Reise. Wenn du die Chance hast, nutze sie – diese Orte zeigen dir das wahre, reine Neuseeland.
Kinderfreundliches Hotel Stewart Island
Es gibt nicht sehr viele kinderfreundliche Unterkünfte auf Stewart Island. Es gibt ein paar kinderfreundliche Unterkünfte in Bluff auf dem Festland. Nachfolgend findest du ein paar Unterkünfte, die du als Familie mit Kindern buchen kannst.
Günstige Unterkunft: Seaside Nook Bluff
Unterkunft der mittleren Kategorie: Lands End Vacation Home
Luxuriöse Unterkunft: Lands End
Schau dir die gesamte Liste der kinderfreundlichen Unterkünfte in Bluff an.

Tipps Stewart Island mit Kindern
Beste Reisezeit Stewart Island
Stewart Island liegt ganz im Süden Neuseelands und das kannst du spüren. Die Insel ist supergrün, voll von dichten Wäldern, Hügeln und singenden Vögeln. Aber natürlich kommt all das Grün von irgendwoher – vom Wetter nämlich!
Auf Stewart Island regnet es oft. Manchmal ist es nur ein leichter Nieselregen, manchmal schüttet es richtig. Es kann sein, dass du morgens im Sonnenschein losfährst, auf halbem Weg in einen Regenschauer gerätst und am Ende wieder trocken bist. Man sagt hier nicht umsonst: Du erlebst alle Jahreszeiten an einem Tag und das stimmt!

Der Sommer (Dezember bis Februar) ist die beste Zeit, um Stewart Island mit Kindern zu besuchen. Es ist dann die „trockenste“ Jahreszeit, obwohl dein Mackintosh trotzdem ein Muss ist. Die Temperaturen liegen in der Regel zwischen 15 und 20 Grad, also angenehm, aber sicher nicht heiß. Im Winter (Juni bis August) wird es kühler, aber es friert fast nie. Schnee ist selten, und die Temperaturen bleiben meist über Null.
Da es eine Insel ist, ist es hier oft windig. Der Wind kommt vom Meer und kann es selbst an sonnigen Tagen kühl machen. Eine winddichte Jacke oder ein guter Mantel sind kein Luxus, auch nicht im Sommer.
Aber gerade das unberechenbare Wetter macht Stewart Island so besonders. Die Wälder sind üppig und geheimnisvoll, fast dschungelartig. Die Luft ist frisch, die Stille ohrenbetäubend, und du hast wirklich das Gefühl, dass du hier von der Welt abgeschnitten bist. Regen hin oder her, diese Insel hat eine raue Schönheit, die du so schnell nicht vergessen wirst.

Transport nach und auf Stewart Island
Auf Stewart Island ist alles ein bisschen anders, und genau das macht es so schön. Es gibt nur wenige Straßen, schmal und kurvenreich, und niemand hat es eilig. Die Autos grüßen einander freundlich und halten gerne für einen Spaziergänger an. Hier fühlt sich alles entspannt an.
Fast alle Einwohner leben in dem einzigen Dorf der Insel: Oban. Ein gemütlicher Ort mit einer Schule, einem Postamt, ein paar kleinen Geschäften und einem Café. Aber in diesem Pub versammeln sich alle. In der Silvesternacht scheint die ganze Insel dort zu sein, ob jung, alt, Tourist oder Einheimischer. Super gemütlich.

Auf Stewart Island gibt es keine Busse oder Züge, aber die brauchst du auch gar nicht. Du kommst überall leicht zu Fuß, mit dem Fahrrad oder, wenn du etwas mehr sehen willst, mit einem kleinen Mietwagen hin. Wir waren mit einem einheimischen Führer in einem Van unterwegs, ideal mit Kindern.
Die Überfahrt beginnt schon mit einem kleinen Abenteuer: Du nimmst die Fähre von Bluff, eine etwa einstündige Fahrt über die manchmal reißende Foveaux Strait. Oder du entscheidest dich für ein kleines Flugzeug von Invercargill aus, denn das ist kürzer, aber auch etwas teurer.
Auf Stewart Island dreht sich alles um Einfachheit. Keine Autobahnen, keine Staus, kein Stress. Gerade genug, um sich frei zu bewegen und die Natur in vollen Zügen zu genießen. Genau so, wie es sein soll.





